
Tarotkarten üben schon seit Jahrhunderten auf viele Menschen eine unwiderstehliche Faszination aus, und der Ursprung der Tarotbilder ist und bleibt ein Geheimnis!
Manche vermuten die Entstehung der Bilder im alten Ägypten, andere in Indien. Den Weg nach Europa sollen sie mit „kartenschlagenden“ Zigeunern gefunden haben. Beweise dafür gibt es jedoch nicht!
Die ersten Kartendecks, die dem noch heute vorherrschenden Aufbau des Tarot folgen, entstanden im 15. Jahrhundert in Italien (z.B. der Visconti-Tarot) und Frankreich (z.B. der Tarot de Marseille). Es gab jedoch diverse Decks und Bilderfolgen, die als Vorläufer der Tarotkarten verstanden werden können.
In den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder neue Decks gestaltet, die teilweise nicht als Orakel dienten, sondern auch einfach zum Spielen gebraucht wurden.
So richtig von sich reden machte der Tarot erst wieder als der Engländer Arthur Waite 1910 in Zusammenarbeit mit der Malerin Pamela Colman Smith und dem Verleger Rider ein Deck herausbrachte, bei dem erstmalig auch die Karten der Kleinen Arkana mit Bildern versehen waren. Diese Neuerung machte das Smith/Waite-Deck sehr anschaulich. Daher erfreut es sich bis heute großer Beliebtheit und Verbreitung.
Ebenso verbreitet und beliebt ist auch das von Aleister Crowley und Lady Frida Harris im Jahr 1944 herausgebrachte Tarot-Deck, das mit seinen mystischen Bildern bis heute viele Menschen anspricht.
Sowohl Arthur Waite als auch Aleister Crowley waren Mitglieder des im Jahr 1887 in London gegründeten magischen Ordens des Golden Dawn (Goldene Morgendämmerung). Dort spielten sowohl Kabbala als auch Tarot eine wichtige Rolle, und sicher auch die Verbindung von beiden, die auf den Bildern des Smith/Waite-Decks sehr gut zu erkennen ist.
In dieser Zeit waren esoterische Lehren und Methoden noch nicht so öffentlich zugänglich wie heute und auch die spirituelle Dimension des Tarot wurde vom Golden Dawn als Geheimnis gehütet. Dies ist heute anders. Jeder hat Zugang zu esoterischen Gebieten und kann selbst entscheiden, wofür er/sie sich interessiert und was er/sie für den eigenen Lebensweg braucht.
Im Zuge der sog. New-Age-Bewegung wuchs auch das Interesse am Tarot sprunghaft. Das Angebot an Decks ist riesig und fast unüberschaubar.
Erwähnen möchte ich besonders die Karten-Decks die von bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie z.B. Salvatore Dalí, Nicki de Saint Phalle, Margarethe Petersen und Hermann Haindl als individueller Ausdruck ihrer spirituellen Sicht auf den Tarot gestaltet wurden.
In vielen anderen Tarot-Decks spiegelt sich die große Vielfalt der Möglichkeiten, den Tarot mit anderen esoterischen Lehren und den Mythologien der Völker zu verknüpfen.
Im Jahr 2003 wurde in München der Tarot-Verband („Erster Deutsche Tarot-Verband e.V.“) gegründet. Sein Ziel ist es, die Bekanntheit, das Ansehen und das Wissen über Tarot zu pflegen und zu verbessern. Er möchte Kontakte unter Tarot-Interessierten knüpfen und als Netzwerk dienen. Der Verband unterhält in vielen Städten Gruppen und Stammtische, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen und Kontakte knüpfen kann.
Der Tarot ist ein mächtiges Orakel Link (Tarot – ein Orakelspiel). Es erstaunt immer wieder, wenn wir die Karten zu einer Fragestellung verdeckt ziehen, dass wir beim Betrachten eine komplexe, differenzierte und höchst individuelle Antwort erhalten! Wie dies geschehen kann, darüber gibt es etliche interessante und weitgehend einleuchtende Erklärungsmodelle, bei denen aber immer ein Rest Unerklärliches übrig bleibt.
Dieses Wunder wird uns jedes Mal geschenkt, wenn wir uns mit einer Frage an die Tarotkarten wenden!
Für mich ist der Tarot seit mehr als 20 Jahren ein hilfreicher Begleiter durch das Auf und Ab des Lebens. In schwierigen Situationen, bei wichtigen Entscheidungen, oder zur reflektierenden Betrachtung meiner Gefühle, Befindlichkeiten und Haltungen sind die Tarotkarten ein Spiegel meines Lebens und meiner Seele. Ich schaue hinein und sehe mich selbst.
Ich möchte Sie dazu ermuntern und ermutigen, selbst einmal in diesen Spiegel zu schauen!